Checkliste Monitoring und Beatmung

Vorbereitung, Alarmgrenzen und Monitoring

  • Initial einlesen im LUKIS, anschliessend scannen des Armbandes zur Monitoraufnahme und scannen des QR Codes zum Anä Start im LUKIS
  • Es sollen nicht mehr als 3 Leute am Patient arbeiten, dafür muss vorher die Zuteilung besprochen werden
  • Die Positionen dürfen/sollen gewechselt werden
  • AA wird miteinbezogen
  • Das Standartmonitoring für jeden Patienten umfasst: EKG Ableitung II und V5, SpO2, NIBP und/oder art. BD-Messung
  • Vor dem Anlegen einer Infusion wird der Patient mindestens mit SpO2 monitorisiert, Studierende und unerfahrene Mitarbeiter monitorisieren auch hier zuerst vollständig
  • Kontrolle im LUKIS ob die richtigen Messwerte übernommen werden: Herzfrequenz, SpO2, Rhythmusanalyse und NIBD bzw. arterielle BD-Messung
  • Monitoralarmgrenzen (MAP) werden vor der Einleitung festgelegt und am Monitor angepasst
  • Pat. wird monitorisiert an AWR übergeben, Monitoring bleibt bei Pat., ausser bei MAC und Blöcken, hierbei soll jedoch das SpO2 als minimales Monitoring bleiben bis der Übergaberapport an die Station erfolgt ist
  • Beim Neuromuskulären Monitoring soll eine Kalibrierung des supramaximalen Stimulus wenn möglich durchgeführt werden

Beatmung

Manuelle Maskenbeatmung am Respirator

  • Flow auf 2-(4) lt/min stellen *
  • APL-Ventil auf 15mbar stellen *
  • Handbeatmung mit Pmax < 15 mbar (Blick auf Druckkurve am Respirator)
  • Individuelles Einstellen des Flows, falls zu dicht oder zu grosse Leckage

Maskenbeatmung mithilfe von Pressure Mode

  • Aus Übungszwecken soll auf den Pressure Mode bei der Einleitung verzichtet werden
  • Bei Schwierigkeiten oder langandauernder Maskenbeatmung Pressure Mode Beatmung mit Pmax < 15mbar

Einleitung und Unterhaltung einer Allgemeinanästhesie

  • Präoxygenierung mit 100% O2, APL-Ventil evtl. auf 5mbar stellen
  • Induktionsdosis verabreichen wenn FeO2 > 80%
  • Flow auf 2-(4) lt/min
  • APL-Ventil auf 15 mbar
  • Durch 2-(4) lt./min Flow wird der Handbeatmungsbeutel nicht voll – kein unbeabsichtiges Blähen möglich. Cave zu geringe Beutelfüllung
  • 2-(4) lt./min Flow ist eine gute Grundeinstellung für das Anfluten von Gasen – braucht nach Intubation also nicht explizit umgestellt werden
  • APL-Ventil auf 15mbar einstellen – mit dieser Einstellung hat man nach erfolgter Intubation eine gute Drucklimite, um mit dem Handbeutel zu beatmen
  • APL-Ventil ist ein mechanisches Ventil, welches verzögert reagiert. Auch mit einer tieferen Einstellung sind Beatmungsdrücke von > 30 mbar problemlos möglich, v.a. wenn der Handbeatmungsbeutel allzu fest gefüllt ist. Man wägt sich also in einer falschen Sicherheit!
  • Ventilation mit oder ohne Hilfsmittel mit Pmax < 15mbar
  • Intubation bei vollständiger Relaxation
  • Handbeatmung zur Tubuskontrolle
  • Abhören wie folgt:
    • Über Magen
    • Apikal links und rechts
    • Basal links und rechts
  • Weitere Kriterien für erfolgreiche Intubation sind (sicher -> unsicher):
      • Konstantes CO2 über > 5 Beatmungen
      • Intubation unter Sicht
      • Thoraxbewegungen
      • Ausbleiben von Gurgelgeräuschen
  • Fixation des Tubus

Intraoperative Handhabung

  • Bei Tubus FG Flow von 500ml/min bei Lama FG Flow von 1lt/min
  • Beatmungsgrenzen am Respirator werden im Operationssaal vor Schnitt eingestellt und bei Bedarf (Pneumoperitoneum) angepasst
  • Die untere Alarmgrenze des physiologischen AMV darf 1Liter tiefer sein (Referenz von 70-80ml/kg/KG).
  • PEEP mit einer Amplitude von 5mbar oder grösser
  • EtCO2-Grenze von 4.5-5.5kPa

Ausleitung einer Allgemeinanästhesie

Patienten werden in Anwesenheit von zwei MAs ausgeleitet.
  • Oxygenierung mit FiO2 80%, wenn möglich Oberkörper hochlagern
  • Extubation in Pressure Support-Modus

 

Extubationskriterien

  • Keine Restrelaxation (Neuromuskuläres Monitoring korrekt angewendet (TOF-Ratio > 0.9)
  • Körperkerntemperatur > 35.5°C
  • Spontanatmung f > 8/min
  • Vt mind. 4 ml/kg in Manuell/Spontan-Modus (entspricht doppeltem Totraumvolumen) , mit Pressure Support ≤ 5 mbar mind. 6-7 ml/kg
  • EtCO2 < 6 kPa
  • Schutzreflexe vorhanden
  • Patient reagiert auf Anweisung
  • Extubationskriterien können in gewissen Situationen durch Facharzt angepasst werden (z.B. Neuro- oder HNO-Eingriffe)
  • Blähen vor Extubation mit 15-20mbar PEEP über ca. 30 sek. mit Pressure Support, Pmax 40mbar, Hand am Puls)
  • Klinische Überwachung der Atmung direkt nach Extubation
  • O2-Gabe wenn SpO2 < 93%
  • Sugi muss bei MAC und peripheren Regionalverfahren nicht in den UBR mitgenommen werden

Flüssigkeitsmanagement

  • Erhalt von 2 ml/kg/h (Perspiration wird nicht mehr separat berechnet)
  • Urin wird 1:1 ersetzt
  • Blutverlust (in ml) mal 3-5 (bei Kristalloid)Die klinische Beurteilung muss immer miteinbezogen werden

 

Siehe auch Ventilator Care Bundle