Wachkraniotomie

Eingriffsspezifische Besonderheiten

Wachkraniotomien werden bei Eingriffen in der Nähe des Sprachzentrums durchgeführt.

Generell gibt es drei Möglichkeiten:

OP in “einer Sitzung”

  • Schädeleröffnung und Verschluss in Lokalanästhesie
  • Cave: geeignete Anästhetika sind lang wirksame LA mit Adrenalin in geringer Konzentration Mepivacain 0.5-1%, Bupivacain 0.25% oder Ropi. 0.2%;
  • Lidocain ist aufgrund der kurzen Wirkdauer nicht geeignet

Schädelöffnung und Verschluss in Allgemeinanästhesie mit LAMA

  • dazwischen Tumorresektion beim wachen Patienten
  • Initialphase: Mapping des Areales im Beisein eines Neuropsychologen
  • Resektion: mit Hilfe des Neuropsychologen

OP in “zwei Sitzungen”

  • erste OP in Vollnarkose mit Teilresektion des Tumors in “ungefährlichen Arealen” und
  • anschliessendem Schädelverschluss
  • zweite OP beim wachen Patienten mit LA, Mapping und Tumorresektion
  • mit Hilfe des Neuropsychologen

Anästhesie Verfahren

  • ausführliche Vorbesprechung des Verfahrens mit dem Patienten
  • Arterie
  • 2x Venflon
  • TIVA mit LAMA, respektive Lokalanästhesie
  • keine Prämedikation mit Benzodiazepinen! Prämedikation mit Clonidin 150μ 90 min
  • präoperativ empfohlen
  • Blasenkatheter
  • Antiepileptika weiter
  • NA, Ebrantil, Trandate, Mannitol auf Anästhesietisch bereit gestellt

Narkoseführung

Einleitung:

  • Einlage des arteriellen Katheters in LA
  • schonende, Kreislauf stabile Einleitung
  • LAMA
  • Unterhalt:
  • Propofol, Remifentanil
  • keine Relaxation

Ausleitung:

  • schonende Ausleitung ohne Husten und Pressen, evt. unter Remifentanil niedrig dosiert
  • Hypertension mit Ebrantil oder Trandate behandeln, kein Perlinganit oder Catapressan
  • Tumorresektion beim wachen Patienten: (Zeitdauer max. 2 h)
  • wichtiger als Medikamente ist ein intensiver Kontakt mit dem Patienten
  • Blickkontakt mit dem Patienten muss gewährleistet sein
  • der Neuropsychologe nahe beim Patienten
  • während der Resektion Clonidinperfusor (3 Ampullen Clonidin+ 42 ml NaCl, Dosierung nach Stresslevel und Wirkung) , evt. Remifentanil niedrig dosiert
  • Achtung: das Mapping wird mittels Neuromonitoring realisiert. Bei elektrischer Stimulation durch den Chirurgen kann es zu Krampfanfällen kommen.
  • Wichtig bei Krämpfen: kein Pentothal, der Chirurg coupiert die Krämpfe mit Eiswasser (wird direkt auf das Gehirn gegeben)
  • nach Resektionsende gleiches Prozedere wie zuvor beschrieben

Postoperatives Management

ZIM / IMC für 24 h

Komplikationen:

  • Krampfanfälle
  • unkooperativer Patient bei zu starker Sedation
  • Thoraxrigidität bei Remifentanil