Operationen an der LWS

Eingriffsspezifische Besonderheiten

Operationen der LWS werden über folgende Zugange realisiert:

  • retroperitonealer Zugang
  • dorsaler Zugang
  • lateraler Zugang

Retroperitonealer Zugang

anterior:

  • Schnitt am Bauchnabel
  • Eingeweidesackmobilisation zur Gegenseite und Gefässmobilisationvon Aorta, grossen Venen, evt. Aorten-Bifurkationsspreizung

lateral:

  • Indikation: Wirbelkörperersatz bei Trauma oder Tumor, Zugang für Prothesen, Wirbelkörperersatz und ALIF (anterior lumbal interbody fusion)



Dorsaler Zugang

mit Stabilisation

minimal invasiv:

  • theoretisch minimer Blutverlust
  • kleine Zugänge
  • Behandlungsrichtlinien wie lumbale Diskushernie
  • Celebrex 2×200 mg

offen:

  • Blutverlust und Invasivität mit Anzahl der Segmente steigend und abhängig vom Zugangsweg zum Intravertebralraum
  • TLIF einseitig (transforaminal lumbal interbody fusion) deutlich geringer blutend als
  • PLIF beidseitig(posterior lumbal interbody fusion)
  • bei Tumordekompressionen immer mit starken Blutungen und Kreislaufproblemen rechnen

ohne Stabilisation

  • keine speziellen Anforderungen an die Anästhesie bei Diskushernien und Dekompressionen



Lateraler Zugang (Direct Lateral Interbody Fusion / DLIF und X-treme Lateral Interbody Fusion / XLIF)
  • minimal invasiv
  • Neuromonitoring
  • TIVA erforderlich
  • kleiner Zugang durch M. psoas
  • Muskelrelaxation nur zur Intubation

Lagerung

  • retroperitonealer Zugang
    • Rückenlagerung, Seite leicht unterlegt, respektiv Seitenlagerung
  • Seitenlagerung für DLIF und XLIF
  • CAVE: Lagerungsstandard beachten (Lagerungspflege)

Komplikationen

  • hoher Blutverlust
  • bei Verletzung der grossen Gefässe (nur bei retroperitonealem Zugang)
  • bei Wirbelkörperersatz bei Metastasen
  • bei Operationen auf mehreren Niveaus
  • bei Osteoporose
  • Zungenbiss und Hämatom bei Neuromonitoring

Anästhesie Verfahren

  • ITN oral
  • bei minimal invasiver Chirurgie: 1 Venflon
  • bei erwarteter Blutung: erweitertes Monitoring (2 grosslumige Venflon, Arterie)
  • gerollte Kompresse als Guedelersatz
  • DK
  • Cellsaver mit 2 Absaugschläuchen
  • Inhalationsanästhesie oder TIVA bei Neuromonitoring
  • Es ist mit massiven Blutungen in kurzer Zeit zu rechnen. Adäquater Volumenersatz.
  • Bei Tumorchirurgie Bestrahlung des gewaschenen Blutes.
  • bei minimal invasiver Chirurgie ist der Operateur auf gute Muskelrelaxation angewiesen, in Absprache mit ihm Esmeronperfusor erwägen

Postoperatives Management