MRI Kinderspital

Allgemeines

  • Die Untersuchung mittels Magnetresonanztomographie (MRI) stellt im Kinderspital neben der Sonographie eine der Hauptbildgebungen dar
  • Die Untersuchungen nehmen oft längere Zeit in Anspruch und finden in der beengten MRI-Röhre statt
  • Deshalb ist bei Kindern häufig eine Betreuung durch die Kinderanästhesieabteilung mit Sedation/Vollnarkose nötig

Anmeldung

  • Für die MRI-Untersuchung von Kindern (und Erwachsenen) in Anästhesiebegleitung stehen Montag und Donnerstag Nachmittag je 4 Slots und am Dienstag Nachmittag je 2 Slots zur Verfügung
  • Die Anmeldung erfolgt über die Radiologie (Sucher 5793). Nach Slotzuteilung muss zusätzlich eine Anmeldung an die Leitung Pflege Kinderanästhesie 1525 erfolgen
  • Notfallmässige MRI-Untersuchungen für Kinder ausserhalb der Slots bedürfen einer Anmeldung über den Oberarzt Kinderanästhesie 6066 oder bei dessen Abwesenheit 1500

Vorbereitung

  • Präoperative Aufklärung der Kinder und deren Eltern im Vorfeld über Allgemeinanästhesie in Spontanatmung oder Intubationsanästhesie
  • Bei Problemen mit dem Airway muss nahtlos zur Intubationsnarkose gewechselt werden können (informed consent)
  • Nüchtern-Eintritt am Untersuchungstag über TK oder Hämatologisches Ambulatorium
  • Applikation der EMLA-Pflaster bei Eintritt
  • Prämedikation bei Kindern >6 Monaten mit Midazolam supp oder per os 1mg/kg KG maximal 15mg auf Abruf
  • Sobald Midazolam wirkt wird das Kind in den Umbettraum gebracht zur Einlage der Venenverweilkanüle
  • Nach Venfloneinlage bei Bedarf Sedation mittels Propofol /Ketamin i.v. für allfällige Augenuntersuchungen / DK-Einlage…
  • Gestaltet sich die Venenpunktion schwierig, kann analgetisch entweder Lachgas eingesetzt oder eine kurze Maskennarkose mittels Sevofluran durchgeführt werden
  • Nach der Venenpunktion Rückkehr des Kindes auf die Tagesklinik bis zum Abruf ins MRI. (Ausnahmsweise kurzer Aufenthalt in AWR, sofern Kapazität)
  • Kinder welche eine ITN benötigen werden Zeitnah im OP eingeleitet und direkt durch das Kinderanästhesieteam ins MRI begleitet
  • Bei ITN erfolgt nach durchgeführtem MRI die Narkoseausleitung wiederum im OP

Anästhesieverfahren

Allgemeinanästhesie in Spontanatmung

  • Reife Säuglinge älter als 1-2 Monate
  • Für alle Untersuchungen welche keine Apnoesequenzen benötigen
  • Kinder < 1 Monate in Rücksprache mit Kaderarzt Anästhesie

ITN

  • Für alle Untersuchungen welche eine Apnoesequenz benötigen
  • Säuglingen < 1 Monat
  • Kritisch kranke Kinder mit respiratorischer Einschränkung
  • Bereits intubierte Kinder der NEO/-Kinderspital-IPS
  • Aspirationsgefährdete Patienten

 

Ablauf vor MRI

Allgemeinanästhesie in Spontanatmung

  • Im Umbettraum des MRI Bolus Propofol (ca 1-2mg/kgKG) & Ketanest (ca 0,5mg/kgKG) im Bett (Prämedi-Effekt muss bei der Propofol und Ketanest-Dosierung miteinbezogen werden!)
  • Leichte Kinder werden ins MRI getragen
  • Schwerere Kinder werden via MRI-tauglicher Liege ins MRI gefahren
Nie mit Patientenbett direkt ins MRI fahren (Magnetismus)

 

ITN

  • Direkter Transport unter Propofolperfusor oder Propofolboligabe in den MRI-Umbettraum
  • Leichte Kinder werden ins MRI getragen
  • Schwerere Kinder werden via MRI-tauglicher Liege ins MRI gefahren
  • Mit intubierten Neonaten kann mit der Säuglingseinheit direkt in den Schaltraum vor dem MRI gefahren werden (Nicht ins MRI !!!)

 

Ablauf während MRI

Allgemeinanästhesie in Spontanatmung

  • Installieren von Pulsoxi, O2/CO2-Nasenbrille, EKG und NIBD
  • Propofol- DT mit 6 (-10)mg/kg/h, muss je nach Klinik angepasst werden
  • Die Ueberwachung kann in der Regel vom Untersuchungsraum aus stattfinden, sofern alles i.O ist
  • Während dem Spritzvorgang des Kontrastmittels durch das Radiologiepersonal soll eine Anästhesiefachperson mit ins MRI gehen (Kontrolle der 3-Wege-Hähne)

ITN

  • Installieren von Beatmung Pulsoxi, EKG und NIBD
  • Patient wird für den Untersuch gelagert, Atemwege und Ueberwachungsparameter sind kontrolliert
  • Beatmung über MRI-tauglichen Respirator
  • Beatmung über langen Beatmungsschlauch 3.2 Meter (Keine Baby-Beatmungsschläuche für <10kg KG für MRI vorhanden)
  • Narkoseunterhalt mittels Sevofluran oder Propofol
  • Die Ueberwachung kann in der Regel vom Untersuchungsraum aus stattfinden, sofern alles i.O ist
  • Bei Apnoesequenzen muss eine Anästhesiefachperson im MRI den Respirator bedienen
  • Während dem Spritzvorgang des Kontrastmittels durch das Radiologiepersonal soll eine Anästhesiefachperson mit ins MRI gehen (Kontrolle der 3-Wege-Hähne)

Ablauf nach MRI

Allgemeinanästhesie in Spontanatmung

  • Direkte Abgabe in MRI-Vorbereitung an Pflegefachperson der TK oder Hämatoonkologisches Ambulatorium
  • Bei besonderen Indikationen Überwachung im AWR

ITN

  • Transport in den OP
  • Narkoseausleitung und Extubation im OP
  • Überwachung im AWR

Benötigtes Material

  • 50ml Propofol (mit Rapidocain 1%) in Perfusorspritze
  • 1x Spiralfederverlängerung 8.5m anschliessen
  • 1 Dreiwegehahn
  • 1 Rückschlagventil
  • 1 Verlängerung à 250cm
  • 1 Rückschlagventil

  • Mediset ohne Esmeron und Fentanyl.
  • 5ml Spritzen Propofol mit Rapidocain 1%
  • 5ml Spritzen mit Ketanest 5mg/ml
  • 250cm Verlängerungen (soviele wie MR Patienten geplant sind)
  • Rückschlagventil (soviele wie MR Patienten geplant sind)
  • 2x Capnoschlauch (soviele wie MR Patienten geplant sind)
  • O2/ Co2- Nasenbrillen

 

Entlüften/Füllen der Spiralverlängerung mit Propofol via Perfusor (200ml/h)

 

Autoren

Nicole Wülser, Dipl. Expertin Anästhesie NDS HF, Teamleitung Anästhesie Kinderspital Luzern