Neurologischer Ausfall und Regionalanästhesie im Kinderspital

Allgemeines

  • Es gibt keine Daten oder Empfehlungen, ob nach einer traumatischen Nervenläsion eine Regionalanästhesie gemacht werden soll oder nicht

Vorgehen

In Absprache mit den Kinderchirurgen ist bei neurologischen Ausfällen nach Trauma folgendes Vorgehen bezüglich Regionalanästhesie besprochen:

  • Dokumentation der DMS (Durchblutung, Motorik und Sensibilität) auf dem Notfall
  • Regionalanästhesie-Anlage in Sedation (oder ITN, falls Relaxation durch Operateur gewünscht). Dabei besteht bezüglich neurologischen Komplikationen kein Unterschied, ob Anlage bei sedierten oder relaxierten Patienten erfolgt1) )
  • Operateur fragen ob Lagerung für axillären Plexus möglich
  • Gegebenenfalls supra-/infraclaviculärer Block als Alternative
  • Adrenalin-freies Lokalanästhetika
  • Pulskontrolle vor und nach Block
  • Gegebenenfalls Sonographie der Nerven präoperativ unter Narkose durch Anästhesisten falls für eine offene Schnittführung erwünscht (oder Darstellung des Nerven entlang des Frakturspaltes)
  • Postoperative Nachkontrolle
  • Postoperativ gegebenenfalls Involvierung der  Neurologen zur Neurosonographie

 

Beurteilung

  • Wir glauben nicht, an eine «double-crush»-Problematik2) in diesem Setting
  • Im Gegenteil dazu glauben wir, dass eine Ruhigstellung und Sympathikolyse für den Verlauf hilfreich sein kann

 Literatur

  1. Ivani G. et al. The ESRA / ASRA joint commitee practice advisory on controversial topics in pediatric regional anesthesia. Reg Anesth Pain Med 2015; 40:526-532
  2. Hebl J.R. et al. Neurologic complications after neuraxial anesthesia or analgesia in patients with preexisting peripheral sensorimotor neuropathy or diabetic polyneuropathy. Anesth Analg 2006; 103:1294-9