Perorale PCA (PCOA)

Zusammenfassung

  • Patient controlled oral analgesia = PCOA

Mit der „peroralen PCA“ verfügt das LUKS Luzern über ein perioperatives, patientenzentriertes Schmerzkonzept, welches nach einem Pilotversuch 2019 bei einer selektierten Patientengruppe in der Orthopädie LU erfolgreich eingeführt wurde. Im Gegensatz zur herkömmlichen Verordnung von Resevemedikationen mit kurzwirksamen Opioiden bietet das Konzept der peroralen PCA dem Patienten ein höheres Mass an Selbstverantwortung und Autonomie und gewährt auch den zuständigen Pflegenden eine optimierte Form der postoperativen Betreuung von Patienten mit behandlungsbedürftigen Schmerzen.

Grundlagen/Voraussetzungen

Ein tieferes Verständnis über eine Optimierung der postoperativen Schmerztherapie sowie die Förderung der Selbstverantwortung des Patienten bietet das von Craig 2009 ausgearbeitete und publizierte Social Communication Model of Pain. Es zeigt eindrücklich, inwieweit in der Betreuung  nicht nur die individuelle und persönliche Situation des Patienten eine Rolle spielt, sondern auch diejenige der sogenannten Caregiver (Pflegende und Ärzte).

Weiterer relevanter Punkt für die Umsetzung nimmt ein spezifisches Assessement ein, welches letztlich nicht nur im Rahmen einer Dokumentationspflicht eingesetzt werden soll, sondern den Pflegenden und Patienten  aufgrund des hinterlegten Konzeptes eine deutlich individuellere Behandlungsoption in der jeweiligen Situation bietet.

So wurde das Konzept der peroralen PCA auch prioritär auf Wunsch und Antrag der involvierten Pflege ausgearbeitet und primär durch Vernehmlassung durch die Pflegeleitung in Kooperation mit dem Team der Schmerztherapie LU und der sehr aktiven Mitarbeit einer Study Nurse  und nicht primär über den ärztlichen Lead umgesetzt.

Dadurch, dass die involvierten Pflegenden eine solche Option auch als sinnvoll und wünschenswert erachteten, konnte das Konzept nach erfolgreicher Pilotphase intern unkompliziert auch an weitere chirurgische Stationen weitergegeben werden.

Keypoints des Konzepts

Patientenselektion

Nicht jeder Patient ist für die Umsetzung der perioralen PCA geeignet. In den folgenden Schemata werden die Auswahlkriterien aufgeführt. Idealerweise wird das Konzept der peroralen PCA auch bereits im Rahmen der präoperativen Aufklärung (anästhesiologische Prämedikation / chirurgische Aufklärung) erwähnt. Im LUKS Luzern kann für solche Fälle eine Patienteninformationsbroschüre mit einem einfach verständlichen Comic abgegeben werden.

Definition der Reservemedikation

Grundsätzlich empfehlenswert, die gängig und konzeptionell-hinterlegte Medikation mit kurzwirksamen Opioiden für die perorale Medikation einzusetzen. Aufgrund der Erfahrungen im LUKS Luzern sind Lösungen weniger gut geeignet als Tabletten. Weiter zeigte sich, dass das Tablettenblister von Oxynorm Schmelztabletten schwieriger zu öffnen sind als diejenigen von Oxynormkapseln.

Flowchart über das Vorgehen

 

 

Verordung und Dokumentation

Die Reservemedikation mit Oxynorm wird ärztlich verordnet. Die Pflege kann nach entsprechender Selektion die Verordnung einer Reservemedikation mit Oxynorm diese entsprechend auf das Konzept der peroralen PCA wechseln. Die durchgeführten Assesements werden entsprechend den klinikinternen Vorgaben im Klinikinformationssystem dokumentiert.